Die Sonne spiegelt sich auf dem Huangpu-Fluss und heute ist so ein Tag, an dem man von unserem Fenster aus endlich mal wieder bis ans andere Ende der Stadt schauen kann. Obwohl uns viele um unseren Ausblick beneiden, haben wir die meisten Tage ehrlich gesagt nicht sehr viel davon. Denn häufig ist einfach alles nur grau in grau. Teilweise aufgrund des Regens, aber meistens eher Smog-bedingt. Und davon gab es in den letzten Wochen leider eine ganze Menge. Dass liegt einerseits an der kalten Jahreszeit, aber andererseits auch an der jeweiligen Windrichtung.
Seit meinem letzten Blog-Eintrag sind sehr viele Wochen vergangen und wir haben wie immer viel erlebt. Wir haben im Winter frische Luft in Deutschland getankt und unsere Familien und Freunde besucht. Leider gab es während unseres Aufenthaltes leider nicht nur schöne Nachrichten. Eine meiner Lieblings-Leserinnen – die beste Patentante der Welt – hat ihren tapferen Kampf gegen den Krebs verloren 😦 Und auch bei einem weiteren Familienmitglied in Schottlang gab es in Sachen Gesundheit schlechte Nachrichten. In solchen Situationen ist es für uns manchmal nicht so einfach, so weit weg von zu Hause zu sein. Denn man würde gerne mehr unterstützen oder einfach in der Nähe sein und kann es nicht. Aber andererseits ist man sich aufgrund der Entfernung manchmal fast noch näher als zuvor, weil man sich viel mehr darum bemüht, den Kontakt über Telefon und Internet zu halten. Es ist auch interessant zu sehen, dass dies mit einigen besser als mit anderen gelingt. Denn bei manchen Freunden herrscht eher das „Aus den Augen, aus dem Sinn – Prinzip“. Was aber auch nicht weiter tragisch ist, weil dann bei den Heimatbesuchen der Kontakt wieder aufgenommen wird 😉 Dafür ist man bei anderen wiederum umso überraschter, wie gut der Kontakt bestehen bleibt beziehungsweise wie groß das Interesse an unserer „Auswanderung“ ist. Dass auch schwierigen Situationen dazugehören, war uns im Vorfeld natürlich bewusst und sicherlich einer der größten „Kontra-Punkte“ auf unserer Liste, als wir uns für Shanghai entschieden haben. Aber dennoch bereuen wir unsere Entscheidung keineswegs und versuchen so viel wie möglich aus der Zeit im Reich der Mitte mitzunehmen. Und das ist eine ganze Menge und schweißt unsere kleine Familie eigentlich noch mehr zusammen. Aber nun will ich euch nicht weiter mit meinen Gedanken zum Montag Morgen langweilen, sondern euch einiges aus den letzten Wochen berichten…
Da es hier, wie oben schon beschrieben, derzeit viele graue Tage gibt, sind wir stets darum bemüht, uns das Leben möglichst „bunt“ zu gestalten. Daher haben wir auch zu einer Doppel-Geburtstagsparty eingeladen und den Geburtstag von unserer großen Maus und Martin gefeiert. Und feiern können die Zwerge recht ordentlich. Denn wir hatten bereits in Deutschland einen Kindergeburtstag mit den alten Freunden und hier nun quasi Teil zwei mit der Shanghai-Connection 😉 Das erscheint dem ein oder anderem vielleicht etwas übertrieben, aber da wir ja irgendwann auch wieder nach Deutschland zurück ziehen, ist es uns wichtig, dass die Kontakte gepflegt werden und die Maus es dann zur Einschulung einfacher hat. Normalerweise werden die Geburtstage hier recht groß gefeiert und zumeist wird die gesamte Kindergarten-Gruppe inklusive der Eltern eingeladen. Wir wollten es eher klein halten und haben uns entschieden, dass die Große pro Lebensjahr einen Freund einladen darf. Also haben wir mit 6 kleinen Mädels und unserem kleinen Mann einen spannenden Nachmittag in einem Safari Softplay verbacht. Wobei das spannendste für die Kinder die Autofahrt in zwei großen Didi-Taxis war, die wir extra so bestellt hatten. Hier ist es übrigens immer gut, sich Aktivitäten drinnen auszusuchen, weil man im Vorfeld nie weiß, wie schlecht die Luft ist. Danach gab’s dann noch Kaffee, Kuchen und Abendessen mit den Eltern und anderen Freunden bei uns in Shimao. Und wir stellen immer wieder fest, dass man hier wesentlich mehr Leute kennenlernt, als es zu Hause der Fall ist. Auch die Nationalitäten der Kinder waren mal wieder bunt gemischt: griechisch, polnisch, koreanisch, chinesisch und deutsch/schottisch natürlich 😉
Geschenke technisch habe ich mich für meinen Mann mal wieder im Stoffmarkt und im chinesische Untergrund herumgetrieben 😉 Genauer gesagt im Underground U-Bahn Fake-Market. Bekommen hat er letzten Endes zwei neue maßgeschneiderte Hemden, eine passende Krawatte zu meiner chinesischen Tunika und als Hauptgeschenk zur Abwechslung mal kein Puzzle, (er kämpft ja nach wie vor tapfer noch mit dem größten Puzzle der Welt…) sondern chinesisches Fake Lego. Da kann man nur hoffen, dass alle Teile enthalten sind und der Traktor dann am Ende seine Arbeit verrichten kann 😉 Ach ja, es ist schon schön zu sehen, wie ein grüner Traktor die Männerherzen von Groß und Klein höher schlagen lässt 😉
Was für den einen der Traktor ist, ist für andere eher die Oster-Deko des Hauses 😉 Daher war es an diesem Wochenende höchste Zeit, sich bunte Inspiration auf dem Blumenmarkt zu holen. Auch, wenn die Fahrt bis dahin fast eine Stunde gedauert hat, so hat sich der lange Weg dennoch gelohnt. Denn es gab eine ganze Menge zu sehen. Blumen, Pflanzen, Dekoration, aber auch kleine Läden mit chinesischen Möbeln und Accessoires. Allerdings sollte man sich bei einem Besuch wirklich Zeit nehmen, da der Markt riesig ist. Auch kleine Zwerge, denen schnell langweilig wird, sind eher ungünstig. Von daher sind wir auch nur eine Runde drüber geschlendert und haben letzten Endes nur etwas kleines für Ostern gekauft. Der eigentliche Plan war es, zwei große Zimmerpflanzen für unser Wohnzimmer zu kaufen. Denn auch diese sollen neben den Luftfiltern für bessere Luft sorgen. Da unsere große Maus aber einfach zu abgelenkt war von den ganzen lila-pinken Pflanzen und glitzernden Deko-Artikeln, werde ich den Markt nun unter der Woche nochmals alleine besuchen und mich in Ruhe entscheiden 🙂
Ihr merkt schon, dass es bei uns auf keinen Fall langweilig ist und ein Beitrag gar nicht ausreicht, über alles aus den letzten Wochen zu berichten. Um euch wieder auf Stand zu bringen, werde ich diese Woche jeden Morgen einen kleinen Beitrag verfassen 😉 Es sei denn, es kommt mal wieder Kind-krank oder die chinesische Regierung dazwischen 😉 Denn derzeit haben wir wirklich andauernd Probleme mit unserer VPN-Verbindung. Also drückt mir die Daumen, dass ich euch weiter auf dem Laufenden halten kann!




Hallo ihr Vier,
Es ist immer wieder schön und total interessant von eichvzu hören bzw zu lesen. Sicher gehöre ich zu den stillen Mitlesern, aber so ein Lebenszeichen von euch erfreut mich jedesmal.
Hier wird es nun auch langsam Frühling.
Am Freitag habe ich Isabella in den Kindergarten verabschiedet. Es ist jedesmal schwer, aber die Zeit war gekommen und die Neugier auf den Kindergarten ist von Tag zu Tag mehr gewachsen. Sie wird ihren Weg gehen.
Seid ganz lieb gegrüßt
Eure Tagesmama Maja
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Im Sommer kommen wir dann auf jeden Fall mal wieder zum Spielen vorbei 😘 James bekommt jeden Tag mehr Locken und wird immer süßer 😁 ich schicke dir mal ein paar Bilder 😉
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Liebes Kleeblatt in Shanghai .
Über den Bericht vom 2.o4. 2019 haben wir uns sehr gefreut . So können wir doch in gewisser Weise auch an euerem Alltagsleben teilhaben . Und über die Fotos haben wir auch einen Eindruck vom Wachsen und Gedeihen der Kinder . Auch das Reich der Mitte erscheint so nicht mehr ganz so fern .
In die weite Ferne wünschen wir euch eine schöne Frühlingszeit .
Viele liebe Grüße aus Jena von Oma Christel und Opa Norbert .
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