Ich blicke mit ganz schlechtem Gewissen auf meinen letzten Beitrag und stelle fest, dass das mal wieder ganz schön lange her ist. Dennoch verschlägt es hin und wieder den ein oder anderen neuen Leser auf meine Seite, wie ich mit Freude gesehen habe 😉
Die Zwerge – welche eigentlich schon gar keine mehr sind – spielen gerade mit dem deutschen Freund aus unserem Haus und ich kann euch in Ruhe ein paar Zeilen widmen. Mir ist jetzt auch aufgefallen, warum ich manchmal – neben dem ganz normalen Alltagswahnsinn – so selten zum Schreiben komme: Wir haben tatsächlich nur ein Laptop, welches mehr oder weniger zum Fernseher umfunktioniert wurde. Von Kika über Netflix bishin zur Heute-Show (leider viel zu lang in der Sommerpause!) schauen wir ja eigentlich alles über den Rechner. Das heißt, er steht die meiste Zeit brav angeschlossen neben unserem großen Fernseher. Uns jedes Mal, wenn die Kids vor der Röhre sitzen und eigentlich Zeit zum Schreiben wäre, kann ich nicht tippen 😉 Aber ich nenne das mal Jammern auf hohem Niveau… Wie auch immer, ich bin auch nicht so der Smartphone Tipper und sehne mich noch immer nach dem guten alten T9 zurück 😉 Nein, ganz so schlimm ist es natürlich nicht!
Aber nun zurück zum eigentlichen Thema: Unser letzter Heimaturlaub. Inzwischen sind wir ja schon wieder gut im Reich der Mitte angekommen und so langsam lässt der Jetlag nach. Es liegen tolle Sommer-Wochen in der Heimat hinter uns, wobei ich dennoch so langsam nachvollziehen kann, warum andere Familien nur ein Mal pro Jahr zurückfliegen. Denn das Reisen mit zwei kleinen Jetlag-Monstern, wie ich sie hin und wieder liebevoll nenne – kann mitunter ganz schön anstrengend sein. Und dass nicht nur für uns, sondern auch für alle anderen Passagiere im Flugzeug 😉 Die große Maus ist – sobald die Sicherheitshinweise beendet sind und der Monitor ENDLICH zum Filme schauen freigeschaltet wird – total pflegeleicht. Allerdings hat es der kleine Mann in sich! Angeschnallt und leise vor dem TV sitzen kommt für ihn nur selten in Frage. Vielmehr Spaß macht es doch, von Reihe zu Reihe zu wandern und sich allen Passagieren persönlich durch Anrempeln oder Wecken vorzustellen. In dieser Hinsicht war der Hinflug dieses Mal wirklich sehr anstrengend und wir sind total müde in Deutschland angekommen. Vollbepackt mit Koffern und Kindersitzen ging es dann weiter mit dem Mietwagen nach Hause. Da wir die Sitze in China eigentlich nie brauchen, da wir nicht den Luxus eines eigenen Fahrers haben, nehmen sie in unserer Wohnung nur unnötig Platz weg.
Aber dennoch war es nach den vielen Stunden schön, am Ende wieder im anderen zu Hause zu sein. Am Anfang ist es immer etwas komisch, aber man lebt sich schnell wieder ein. Vor allem die Kinder genießen das andere Spielzeug, den Garten und die eigenen Kinderzimmer. Und natürlich die ganze Aufmerksamkeit von Omas, Opas und den Nachbarn 😉 Wir brauchen so ungefähr 5-7 Tage, bis wir alle wieder im deutschen Rhythmus sind. In den ersten Tagen komme ich mir vor, als ob ich Teil eines farbenfrohen Gemäldes bin. Es ist alles so bunt und man kann gefühlt unendlich weit in die Ferne blicken und sieht alles ganz definiert. Man bekommt also wortwörtlich vor Augen geführt, was man in Shanghai an vielen Tagen zwecks Smog und Nebel verpasst. Blauen Himmel, Sonne, Farben und Gerüche. Auch das saubere Wasser aus der Leitung weiß man dann wieder zu schätzen.
Im letzten Jahr habe ich noch gedacht, wie toll so ein Urlaub in der Heimat doch sein muss. Aber so langsam stelle ich fest, dass Shanghai trotz allem die eigentliche Erholung ist. Doch woran genau liegt das? Zum einen daran, dass die Kinder in Deutschland nicht mehr in den Kiga gehen und mit den Sommerferien knappe acht Wochen Dauer-Bespaßung für mich anstehen. Naja und die ganzen deutschen Freunde gehen ja weiter in den Kindergarten oder machen ebenfalls Urlaub, sodass man am Ende gar nicht auf so viel Spielzeit kommt, wie man es gerne hätte. Und zum anderen haben wir Termine, Termine und noch mehr Termine. Von Impfungen über Behördengänge bis hin zu reichlich Kaffeetrinken mit Familie und Freunden. Und da wir ja deutsch / schottisch unterwegs sind, steht das ganze dann zweimal hintereinander an. Aber für die Zwerge ist das ganze natürlich prima, denn sie erleben eine Menge und sehen was von der Welt. Meine große kennt inzwischen schon mehr Flaggen als ich. Aber das ist auch nicht wirklich schwer 😉 Urlaub mit dem Wohnmobil mit Oma& Opa, Deutschland, Schottland und dann noch Familienurlaub in England. Ihr könnt euch vorstellen, das ganze Reisen ist mit einer Menge ein- und auspacken sowie waschen und bügeln verbunden 😉 Und zwischendrin musste Martin sogar nochmal beruflich zurück nach Shanghai und Korea. Den Klima-Aspekt verdrängen wir jetzt einfach mal – Dafür berichte ich euch dann bald von der neuen Müll-Trennung in Shanghai und wir fahren hier ja auch schon ganz viel E-Taxi 😉
Auch logistisch ist der Wechsel zwischen den zwei Wohnungen immer eine interessante Herausforderung: Was nehmen wir mit? Was kann aussortiert werden? Und da gibt es bei zwei wachsenden Kindern eine ganze Menge… Was müssen wir in Deutschland noch für China kaufen? (Medizin, Zahnpasta, Kosmetikartikel, Kaffee, Waschmittel, …) Haben wir alle Rechnungen bezahlt? Deshalb reise ich auch immer mit To-Do Listen und unserem Familienkalender. In beiden Küchen hat dieser einen festen Platz! Und der Kalender sagt, es wird spannend!!! Denn wir sind quasi fast den gesamten Oktober in Shanghai ausgebucht mit Freunden und Familie. Wir sind gespannt und freuen uns.
Jedenfalls hat uns der Urlaub zu Hause aber auch gezeigt, dass unser Abenteuer in Shanghai bald schon wieder vorbei ist. Die Zeit läuft inzwischen ja schon wieder rückwärts und gedanklich ist man fast schon wieder bei organisatorischen Dingen wie der Einschulung und natürlich stellt sich auch die Frage, wie es beruflich weiter geht…
Aber die ersten Grundsteine dafür sind gelegt und bis Ende Herbst wissen wir dann hoffentlich alles ganz konkret!
Insofern haben wir Deutschland wie immer mit einem lachenden und einem weinenden Auge verlassen. Ihr Lieben, es war wie immer sehr schön und wir freuen uns auf einen Glühwein mit euch in der Weihnachtszeit.
P.S. Die Weihnachtsdeko hat mir mein vorbildlicher Mann schon vom Boden geholt. Er war davon zwar nicht sehr begeistert, aber die Mädels haben sich durchgesetzt 😉



