
Ihr Lieben, ich hoffe, ihr seid alle gut in das neue Jahr gekommen. Wir haben den Jahreswechsel das erste Mal in Shanghai verbracht. Shanghai fühlt sich derzeit ehrlich gesagt recht leer an, weil die meisten Expats die freien Tage nutzen, um in Thailand, Australien oder Deutschland zu urlauben. Denn das eigentliche chinesische Neujahr oder genauer gesagt „Frühlingsfest“ wird ohnehin erst in der ersten Februar-Woche gefeiert. Derzeit sind wir nach chinesischer Zeit noch im Jahr das Hundes, welches dann in wenigen Wochen durch das Schwein abgelöst wird.
Aber da Shanghai ja sehr international ist und auch in China der 1. Januar ein Feiertag ist, gab es auch hier ein riesiges Angebot von New-Year-Partys und New-Year-Dinners. Weil wir unser Raclette in Deutschland gelassen haben, (guter Käse ist hier einfach unbezahlbar!) haben wir uns für eine super-leckere Alternative entschieden: Teppanyaki. (Japanische Form des Grillens) Diesmal ging es für uns zu viert ins Ambrosia-Restaurant beim Expo-Gelände. Da ein spezielles „Set Menu“ zu Silvester angeboten wurde, mussten wir nur noch die Getränke auswählen und wurden den ganzen Abend von einem Teppanyaki-Koch verwöhnt. Eigentlich sind solche fertigen Menüs eine super Sache! Denn zum einen hat man nicht die Qual der Wahl wie beim Buffet und zum anderen probiert man Dinge, die man sich à la carte wahrscheinlich nicht bestellt hätte. So ging es mir auch an diesem Abend: Denn ich hätte mir „freiwillig“ wohl nie Schnecken bestellt! Aber da sie in unserem Menü dabei waren und ich den Zwergen ja ein gutes Vorbild sein muss, bin ich nun wieder mal um eine Erfahrung reicher 😉
Das gesamte Menü war unglaublich lecker und bestand aus fast 10 Gängen. Nun fragt sich sicherlich der ein oder andere, wie man sich das freiwillig mit kleinen Kindern antun kann!? Aber unsere kleinen „Duracell-Häschen“ waren an diesem Abend ganz brav 😉 Die beiden waren regelrecht begeistert, denn es gab ja jede Menge zu sehen. Und damit meine ich nicht nur den tollen Ausblick, sondern vor allem die Zubereitung unserer Gänge. Unsere große hat fast die ganze Zeit damit verbracht, dem Koch beim Braten und flambieren zuzuschauen. Und am Ende war sie ganz stolz, als er ihr nochmal extra zwei Garnelen gebraten hat 🙂 Für die Kinder gab es übrigens nicht das Erwachsenen-Menü, sondern gebratenen Reis 😉
Nach einem rundum schönen Abend ging es dann zurück in unsere Wohnung, um ins neue Jahr hineinzufeiern. Die Zwerge haben wir nach einer kurzen Tanzparty inklusive Ballontanz in Bett verabschiedet und den restlichen abend zu zweit genossen. Auch das ist für uns eher ungewöhnlich, da wir Silvester sonst immer mit der Oma oder in Schottland verbringen. Für mich war es ebenfalls sehr ungewöhnlich, dass es um Mitternacht gar kein Feuerwerk zu sehen gab. Und das, obwohl wir in unserer Wohnung eigentlich einen Logenplatz hätten. Von wegen Chinaböller 😉 Jedoch wurden wir bereits im Vorfeld durch Martins Kollegen aufgeklärt, dass es hier in Shanghai kein Feuerwerk mehr gibt. Weder an Silvester, noch zum Chinesischen Neujahr. Die Regierung hat es strikt untersagt zwecks Smog. Und das kann ich eigentlich gut nachvollziehen. Denn ich will gar nicht wissen, wie die ohnehin schon schlechte Luft wäre, wenn 22 Millionen eine Woche lang Tag und Nacht durch-böllern… Allerdings waren wir positiv überrascht, mit welcher Konsequenz das Verbot durchgesetzt wird. Ähnlich verhält es sich ja auch mit den Fahrzeugen – Denn es gibt hier eigentlich weit und breit nur noch elektrische Roller und auch die Autos sind inzwischen überwiegend elektrisch. Das wäre doch eigentlich mal ein toller 2019 -Vorsatz für so manch anderes Land 🙂
