Die Zeit ist wie im Fluge hier in China vergangen und die golden Week ist nun fast schon wieder seit einer Woche vorbei. Deshalb ist es höchste Zeit, euch mal wieder aus dem Reich der Mitte zu informieren! In meinem Kopf ist der Blog-Beitrag über Suzhou eigentlich schon seit Tagen fertig, doch unser dauerhaft schlechtes Internet, unser Besuch von Oma & Opa und unser neuer Familienzuwachs haben mich in den letzten Tagen auf Trab gehalten! Nein nein, ihr habt keine dritte Schwangerschaft verpasst 😉 Wir haben nun zwei kleine Babyschildkröten zu Hause, aber nun erst einmal der Reihe nach!
Wir hatten ja die Befürchtung, dass wir bereits am Bahnhof Probleme mit den vielen Menschenmassen haben, aber unser Start in den Kurzurlaub war eigentlich ziemlich entspannt. Klar war es am Bahnhof recht voll, doch die Bahnhöfe hier sind gut organisiert und auf viele Reisende vorbereitet. Martin war ganz begeistert vom Prinzip der Wartehallen – Die Wartehallen sind vergleichbar mit den Gates am Flughafen. Allerdings werden ungefähr drei Züge zusammengefasst. Man wartet, (mehr oder weniger entspannt in den Massen, welche ganz schön laut sein können und im Gegensatz zu uns ein anderes Empfinden für einen Höfllichkeitsabstand haben…) bis der Zug eingefahren ist und erst dann öffnen sich die Tore und man fährt mit einer Rolltreppe runter zum jeweiligen Gleis. Erst dann steigt man direkt in den Zug ein. Also alles in allem sehr einfach und durch die Boden-Markierungen der jeweiligen Abteile auch idiotensicher 😉 Da kann die deutsche Bahn wirklich nicht mithalten…
Da wir erste Klasse mit Sitzplatzreservierung gebucht hatten (mega preiswert für knappe 8 Euro pro Person) war unsere kurze Fahrt von 30 Minuten im Schnellzug auch sehr angenehm. Ausreichend Beinfreiheit für meinen Mann und den Kinderwagen gab es auch 😉 Die Große hat es sich gleich in alter Gewohnheit bequem gemacht und den Tisch ausgeklappt und die Kopfhörer ausgepackt. Allerdings war sie dann enttäuscht, als ich ihr erklärt habe, dass wir nichts aus dem Bord-Restaurant bestellen können, weil der Zug so schnell am Ziel ist. Ach ja, die kleinen verwöhnten Expat- Zwerge 😉
Im Downtown-Getümmel von Suzhou angekommen, hatten wir nochmals das Gefühl, in einer völlig anderen Welt zu sein. Der Duft von Gewürzen und Spießen lag in der Luft und wohin das Auge reicht gab es hupende Roller und Taxis. Aber auch sehr viele Rikschas prägen das Bild der Innenstadt. Und bei unseren Taxi-Fahrten hatte ich mal wieder ein nervöses-Mitfahrer-Bein, welches andauernd bremsen wollte. Da kommt einem der Verkehr in Shanghai schon fast zivilisiert vor 😉 Aber zum Glück haben wir die Fahrt zum Hotel unbeschadet überstanden und waren schon ganz gespannt auf unser Zimmer. Die lange Suche nach dem Hotel hatte sich zum Glück gelohnt: Unser Eltern-Kind-Zimmer war riesig und hatte alles für Groß und Klein. Unsere Große war ganz begeistert vom Kinderbett mit Flamingo-Bettwäsche und hat es sich gleich gemütlich gemacht. (Die Damen sind derzeit nämlich voll und ganz im Flamingo-Fieber ;-)) Besonders angetan hatte es ihr aber auch das eigene Bade-Täschchen mit Teddy-Seife und Kinderzahnbürste! Also alles perfekt für eine kleine Lady 😉 Auch ein Kinder-Bademantel und kleine Hotel-Schlappen wurden bereitgestellt. Wirklich süß!

Auch unser kleiner Mann kam in der Spieleecke mit dem Schaukelpferd auf seine Kosten. Und dem großen Mann war ganz begeistert von den Motto-Fahrstühlen. Wer fährt schon mit einem Raumschiff zum Frühstück…?

Also falls ihr mal auf der Suche nach einem Hotel mit Kindern in Suzhou seid, dann können wir das Soul-Hotel wärmstens empfehlen. Für uns war es auch eine kleine Ruhe-Oase, denn die Straßen waren zur golden Week wirklich sehr überfüllt uns haben mich teilweise an einen riesigen Rummelplatz oder die Wies’n erinnert. Daher konnten wir leider auch nicht alles besichtigen, was auf unserer Wunschliste stand. Leider waren die Warte-Schlangen für die bekannten Gärten – welche teilweise zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören – so lang, dass wir uns in der prallen Sonne gar nicht erst angestellt haben. Aber immerhin war es schön, durch die Wasserstadt zu schlendern, zu bummeln und eine kleine Bootsfahrt zu machen. Und diesmal hat unsere Bootsfrau auch gesungen 😉 Auch eine Rikscha-Fahrt auf den hektischen Straßen stand auf dem Programm. Unser Fahrer hatte ganz schön zu treten, denn immerhin waren wir zu viert inklusive Buggy in der kleinen Rikscha. Da ich zu beschäftig war, mich ängstlich an meinen kleinen Mann zu klammern, habe ich leider keine wirklich schönen Bilder von unserer Rikscha-Fahrt… Nur unser Rikscha-Selfie 😉

Besonders in Erinnerung werden uns sicherlich die Schildkröten bleiben. Denn hier haben wir zum ersten Mal bemalte Baby-Schildkröten in engen Schachteln gesehen. Aus Mitleid heraus, haben wir spontan entschieden, wenigstens zwei kleinen Schildis ein neues zu Hause zu geben… Mehr zu den Schildkröten dann später in einem eigenen Beitrag. Auf jeden Fall sind sie gut mit uns in Shanghai angekommen und sie haben auch den Sicherheits-Scan am Bahnhof unbeschadet überstanden.
Auch wenn unser Kurzurlaub etwas anders als erwartet war, so war es dennoch schön, mal raus zu kommen und andere Eindrücke zu gewinnen. Insbesondere die alten Straßen und Häuser haben uns sehr gut gefallen, da es hier in Shanghai kaum noch „alte Ecken“ gibt… Und da Suzhou so schnell zu erreichen ist, werden wir im nächsten Jahr zu einer ruhigeren Zeit einen zweiten Anlauf mit den Schwiegereltern wagen. Denn es steht ja auch noch so viel Besuch an und wir freuen uns auf viele weitere Eindrücke!

