Obwohl wir nun schon einige Wochen in Shanghai sind, gibt es immer wieder neue erste Male für uns in China.
Am Wochenende stand Martins erster Besuch beim chinesischen Friseur an. Es gibt hier wirklich eine große Auswahl an Salons und wir haben uns nicht für den ganz einfachen entschieden, sondern für einen eher mittelklassigen, in dem man sich auch halbwegs englisch verständigen kann. In China wird man weniger nach der Frisur gefragt, sondern eher danach, von wem man die Haare geschnitten bekommen möchte. Je nach Erfahrung gibt es unterschiedliche Kategorien wie senior und junior. Martin hat sich natürlich ganz schottisch für die billigste Variante entschieden und versucht mit einem Foto seine Vorstellungen zu verdeutlichen.
Der Salon war eigentlich ziemlich stylisch eingerichtet und für andere Kunden gab es sogar leckere Drinks und Obstplatte… Während Martins Haare geschnitten wurden, konnten sich die Mädels in Ruhe umschauen. Dabei haben wir festgestellt, dass die Haare hier nicht im Sitzen, sondern im Liegen gewaschen werden. Sehr interessant und eigentlich meiner Ansicht nach ziemlich genial. Denn ich finde es selbst immer unangenehm, ewig mit dem Nacken nach hinten in ein Waschbecken gepresst zu werden und habe danach immer Probleme mit Verspannungen. Aber vielleicht ist das auch nur ein Frauen-Problem, weil nach dem Haare-Färben die Farbe ja wesentlich länger herausgespült werden muss.
Ob ich so mutig bin, und mir die Haare in China färben lasse, weiß ich derzeit noch nicht. Vielleicht warte ich auch unseren ersten Heimat-Urlaub ab. Denn das Spektrum von verunglückten Blondierungen ist groß und reicht von gelb über grün bis hin zu orange… Aber sicherlich hat eine der vielen gelangweilten Expat-Mamas aus den unzähligen WeChat Gruppen eine Empfehlung für mich. Hier gibt es für alles Gruppen und mein Akku sowie meine Nerven leiden ganz schön unter den vielen Benachrichtigungen… Themen wie „Wo kann ich mir die Bikini-Zone wachsen lassen“ oder „Wo gibt es einen guten Hundefriseur“ sind da keine Seltenheit und manchmal ist es immerhin amüsant, alles mitzulesen. WeChat ist das chinesische Whatsapp, nur eigentlich viel fetziger und fortschrittlicher. Denn man kann damit übrigens auch bezahlen… Aber ich werde WeChat sicherlich in den nächsten Tagen einen eigenen Blog-Beitrag widmen!
Jedenfalls kann sich das Friseur-Ergebnis sehen lassen und das auch noch unter 10 Euro…
Um mal bei den wichtigen Dingen des Lebens zu bleiben… 😉 Auch ich habe schon die ersten Besuche im Nagelstudio hinter mir… Ich war zunächst skeptisch, habe mich dann aber doch in ein kleines Studio getraut, in dem sie kein Wort englisch sprechen! Nach langem Betrachten meiner Nägel ging es dann los und ich habe beim erstem Mal echt gelitten… Was die gute Frau nicht alles versucht hat, um die Gel-Nägel herunterzubekommen. Angefangen mit eingeweichten Wattepads eingewickelt in Alu-Folie bis hin zu anderen Gerätschaften mit denen sie versucht hat, das Gel herunterzukratzen. Das war schmerzhaft und kam mir vor wie mit einer Brechstange… Nach knappen zwei Stunden konnte sich das Ergebnis jedoch sehen lassen und beim zweiten Besuch ging es dann auch schon wesentlich schneller, weil sie ja eigenen Lack verwendet hat, mit dem sie sich auskennt… Aber dennoch kommt hier jedes Mal Heimweh auf, da mir der Tratsch und Klatsch fehlen und ich mich nicht unterhalten kann…
Aber auch ein erster Besuch von chinesischen Handwerkern in unserer Wohnung stand diese Woche auf dem Programm. Um ehrlich zu sein, sogar schon zwei Mal. Das erste Mal, um unsere Klimaanlage auf Sommer umzustellen: Denn die Klimaanlage dient hier in den kalten Monaten auch zum Heizen. Nur durch einen Zufall haben wir erfahren, dass dazu ein Handwerker benötigt wird. Aber da in China ja alles sehr flexibel ist, stand der Handwerker schon am nächsten Morgen vor der Tür, nachdem wir den Vermieter kontaktiert hatten. Der zweite Besuch hatte leider andere Gründe, denn die Dusche im Gästebad ist anscheinend undicht. Die Schwiegereltern haben bei ihrem Besuch nach einigen Tagen eine Fütze neben der Dusche entdeckt, die immer größer wurde! Naja, jetzt wurde zunächst alles mit Silikon verdichtet und wir sind gespannt, ob es nun dicht ist.

Heute stand auch noch unsere erste Fahrt mit der Metro an. Der große Zwerg hatte sich schon richtig darauf gefreut und sich Hoffnungen auf einen Fensterplatz gemacht. Als ich ihr dann erklärt habe, dass wir unter der Erde fahren und sie froh sein kann, wenn sie zwischen den vielen Chinesen nicht zerquetscht wird, war sie nicht mehr ganz so angetan. (Natürlich habe ich ihr das kindgerecht erklärt 😉 ) Aber nichts desto trotz hat unserer Maus die erste Fahrt gefallen und das ist die Hauptsache. Eventuell wird Martin nun von Taxis auf Metro umsteigen. Ich bin gespannt 😉
Die eigentliche Herausforderung war jedoch erst einmal eine Metro-Karte zum Aufladen zu erwerben. Nach mehreren Anläufen – in denen wir uns von einer unfreundlichen Chinesin am Schalter via Mikrofon anbrüllen lassen mussten – hat es letzten Endes dann doch geklappt. Aufgrund der vielen Menschen und der enormen Lautstärke sind die Mikros übrigens wirklich sinnvoll 😉