Unser Start ins Wochenende hatte – wenn man von den schlechten Luftwerten absieht- eigentlich gut angefangen. Auf dem Plan für heute stand ein Besuch in unserem Lieblingsstoffmarkt, den wir noch von damals kennen… Nach einem ausgiebigen Frühstück mit leckeren Kaiserbrötchen vom deutschen Bäcker und Tiroler Marmelade aus dem Supermarkt, haben wir uns auch gleich in die Spur auf die andere Seite des Flusses gemacht. Eigentlich ein ungünstiger Tag, da am Wochenende noch mehr los ist als sonst. Aber ich wollte Martin zumindest das Gefühl geben, in die Entscheidung für die Stoffe einbezogen zu sein 😉 Da laut Ratgebern die Preise in den unteren Etagen teurer sind, sind wir direkt ganz hoch gefahren. Nach einem kurzen Überblick haben wir doch recht schnell einen interessanten Stand gefunden und die Mädels haben intensiv die vielen Stoffmuster bewundert. Nachdem wir uns dann für zwei tolle Farben für unsere Kissen und die Bettverkleidung entschieden hatten, sollte es eigentlich in die Verhandlung gehen. Ehrlich gesagt war ich schon ein bisschen nervös, weil ich ewig nicht mehr gehandelt habe und ich kaum noch ein Gefühl für die Preise habe… Jedenfalls muss „Money“ Martins Stichwort gewesen sein, weil er plötzlich sein Portmonee herausgeholt hat und panisch das Suchen begann. Er wurde immer blasser im Gesicht und meinte, dass seine Geldkarte fehlt. Mir sind natürlich gleich viele Gedanken durch den Kopf gegangen und natürlich auch Angst, beklaut wurden zu sein. Doch Martin meinte dann recht zügig, dass er sie wahrscheinlich morgens im Geldautomat stecken lassen hat… Unsere Verhandlungen waren natürlich erst einmal nebensächlich. Wir haben die gute Frau, die schon Hoffnung hatte, ein paar Langnasen über den Tisch zu ziehen auf später vertröstet. Die Fahrt ging dann direkt zurück zum Bankschalter, doch auch dort war nichts zu finden. Unser Fahrer hat Martin beim Übersetzen geholfen und nun haben wir morgen einen Termin bei der Bank, um herauszufinden, ob die Karte eingezogen wurde… Das Konto haben wir übergangsweise gesperrt, falls sie doch Fremden in die Hände fällt. Das wäre eigentlich alles nicht so schlimm, doch da wir derzeit noch kein chinesisches Konto haben, sind unsere Zahlmöglichkeiten sehr begrenzt. Nun hoffen wir, dass Martin die Karte morgen wieder bekommt und es keine Schwierigkeiten gibt, weil er sich nicht ausweisen kann. Nein, nein, den Pass hat er nicht auch noch verloren 😉 Die Pässe sind derzeit bei den Behörden für unser Langzeitvisum… Drückt uns die Daumen, dass sich morgen alles aufklärt. Ich halte euch natürlich auf dem Laufenden….
Nachdem wir uns von dem Schreck erholt hatten, sind wir dann übrigens doch noch die Stoffe kaufen gegangen und ich konnte sie ca. 40 % runterhandeln 😉 Offensichtlich hat die Verkäuferin dennoch ein gutes Geschäft gemacht, weil sie abschließend meinte, wir sollen beim nächsten Mal auch Hemden für Martin und ein Kleid für die Kleine machen lassen… Früher habe ich zum Abschied böse Blicke und nichtmal eine Tüte bekommen.
Das heißt, beim nächsten Mal werden wir noch härter verhandeln 😉 Und vielleicht lassen wir keine Hemden, sondern Hosen ohne Hosentaschen für meinen Mann anfertigen, damit er nichts mehr verlieren kann 😉
Zum Abschluss gab es auch noch ein Armband für unsere kleine Maus, die begeistert von der ganzen Schmuckvielfalt war…